
Ganz kurz gesagt ist Dogdance eine fließende, freudige und kreative Fußarbeit mit dem Hund, verbunden mit den unterschiedlichsten Tricks.
Dogdance hat sich Anfang der 90er relativ zeitgleich in den USA und im UK aus dem Obedience entwickelt. In diesen beiden Ländern wird daher auch unterschieden zwischen „Heelwork to Music“, bei dem die Fußarbeit („Heelwork“) im Vordergrund steht und sich Hund und Mensch nicht mehr als ca. 1,20 m voneinander entfernen dürfen, und „Freestyle“, wobei der Hund auch auf Distanz arbeiten darf und soll.
Dieses Video wurde im August 2007 in der Hundeschule DreamTeam aufgenommen und gibt einen kurzen und schönen Überblick über das Thema. Vor allem zeigt es, dass Dogdance nicht nur eine „Spinnerei“, sondern eine durchaus sinnvolle Beschäftigung mit dem Hund ist. Das Bienchen ist auch mit dabei.
Beim Dogdance finde ich am Schönsten, dass so ein großes Augenmerk darauf liegt, dass der Hund und ich uns völlig ohne Zwang und Druck mit viel Zeit und Freude zusammen etwas erarbeiten. Sehr wichtig ist für mich dabei auch, dass es bei jedem Wetter und überall ausgeübt werden kann. Komplizierte Ausrüstung und schwere Geräte gibt es hier nicht. Vielmehr darf es das tägliche Gassigehen „aufpeppen“ und bei schlechtem Wetter das Wohnzimmer in einen Trainingsraum umfunktionieren.
![]() |
Auch beim Auftritt... |
Da ich selber gerne tanze, steht für mich neben dem gemeinsamen Tanzen von Mensch und Hund auch die zur Musik passende Bewegung im Vordergrund.
Beim Auftritt geht es mir nicht um Perfektion oder irgendwelche Bewertungen, vielmehr ist mir wichtig, dass mein Hund Spaß hat und immer wieder gerne mitmacht.
Dem Publikum viel Lebensfreude zu vermitteln gehört für mich zu einer gelungenen Darbietung. Daher beinhaltet für mich ein Auftritt gute Leckerchen und eine Spieleinheit zwischendurch genauso wie das Lachen über einen Patzer. Aus diesem Grund wird man Biene und mich bei Turnieren nur in der Funklasse zu sehen bekommen.
Als ich mit Biene im Dogdance anfing, hatte sie eine sehr geringe Eigenmotivation zum Arbeiten an sich und vor allem zusammen mit mir. Unterordnungsbereitschaft war für Biene ein völliges Fremdwort.
Sie gehört zu den wirtschaftlich denkenden Hunden und macht sehr oft eine „Kosten-Nutzen-Analyse“. Wenn sie also schon mal etwas tut, dann muss sich das für sie rentieren. Unnötiger Kraft- und Denkaufwand kommt für sie nicht in Frage. Das Wort Ehrgeiz ist ihr völlig fremd, da lässt sie es lieber ganz bleiben.
![]() |
...gut gelaunt! |
Dementsprechend ist sie eher schwer zum Arbeiten mit mir zu motivieren. Es gibt zwar bestimmte Übungen, die sie von sich aus gerne macht. Aber ohne Fremdmotivation über bestes Futter und Spielzeug geht bei ihr nicht viel.
Im Training lässt sie sich sehr leicht ablenken und tut sich schwer, ihre Aufmerksamkeit bei mir zu behalten. Das gilt auch für alle Alltagssituationen. Sie ist eben einfach noch ein Jungspund und dazu eine Spätentwicklerin. Solange sie weiß, wo ich ungefähr bin, sieht sie keine Dringlichkeit, mir ihre Aufmerksamkeit zu schenken. An unbekannten Orten fühlt sie sich schnell unsicher und lässt sich daher noch leichter ablenken.
Biene ist schnell frustriert und macht dann das, was sie kann. Wenn das auch nicht zieht, verliert sie leicht das Interesse und gibt auf. Als eigenständiges Mäderl beschäftigt sie sich dann z.B. mit Schnüffeln, an der Leine kauen oder Wälzaktionen.
Dieser Eigenständigkeit ist es zu verdanken, dass sie generell erstmal selber entscheidet, ob und was zu tun ist, und sich – wenn ich Glück habe - erst dann in meine Richtung orientiert, um vielleicht meine Meinung über ihre Entscheidung zu sehen.
Dogdance mit Biene ist daher eine interessante und abwechslungsreiche Herausforderung.
Anhand des Aufbaus von Dogdance möchte ich hier ein bisschen erzählen, wie ich versuche, unsere „Komplikationen“ im Alltag wie im Training aus dem Weg zu räumen, und wie wir zusammen arbeiten.
Ich hoffe, es sind ein paar hilfreiche Tipps und Tricks darunter!
![]() |
Bei diesen Größenverhältnissen ist ein einfacher Rückwärtsslalom schon eine Herausforderung;-) |
Biene ist einfach schon aus rassespezifischen Gründen nur bedingt zum Arbeiten mit dem Menschen geschaffen. Das Arbeiten mit ihr unterliegt daher von vornherein ganz anderen Grenzen als z.B. mit einem Hütehund. Meine Ansprüche an Biene sind deshalb auf einem komplett anderen Niveau wie dem anderer turnierambitionierter Dogdancer. Sie ist ein Hund einer typischen „No-will-to-please“-Rassenmischung und diese Hunde sind im Dogdance - nicht ohne Grund - noch immer sehr selten vertreten. Außerdem hat sie aufgrund ihrer Größe einen Meter mehr Hund zu koordinieren als die meisten Tanzhunde. Wenn andere für eine Übung einen Monat brauchen, brauchen wir mindestens ein Jahr. Aber ich freue mich bei Biene über jeden noch so kleinen Fortschritt, weil ich weiß, wie viel die Kleine dafür leistet.
Das Klickertraining ist für mich die einzig sinnvolle Methode Dogdance zu erlernen.
Ein aufmerksamer Hund ist das A und O eines effektiven Trainings. Dieser Punkt ist gerade bei Biene alles andere als leicht. Um ihre Aufmerksamkeit auf mich zu lenken, füttere ich sie viel aus der Hand.
Die Handfütterung eignet sich gut für den Aufbau und die Verstärkung der Bindung und Fixierung von eigenständigen Hunderassen wie Biene an und auf den Menschen.
Da Biene stark zur Eigenständigkeit neigt und sich früher sehr wenig an mir orientiert hat, habe ich angefangen, sie für den Blickkontakt zu mir zu klicken. Immer wenn sie mich anschaut, gibt’s einen Klick und Futter bzw. verbales Lob oder auch nur ein Lächeln.

Anfangs habe ich jeden einzelnen Blick zu mir geklickt und mit der Zeit konnte ich sehr langsam auf variable Bestärkung umsteigen, wobei ich aber immer noch darauf achten muss, jeden Blickkontakt von ihr mindestens mit einem Lächeln zu belohnen. Das ist bei ihr enorm wichtig, da sie sonst sehr schnell dazu neigt, mir immer seltener Rückblicke zu geben. Ich habe mit Absicht keinen „Schau“-Befehl eingeführt, denn so sieht sie von sich aus viel öfter zu mir, als wenn ich sie dazu auffordern müsste.
Der Blick zu mir ist auch so etwas wie ein kleiner „Türenöffner“ geworden: Sie darf erst zur Tür raus oder losfetzen, wenn sie mich vorher angeschaut hat, egal ob die Türe speerangelweit offen steht oder die Leine schon ab ist.
Mit der Zeit hat Biene dadurch angefangen, immer öfter zu mir zu schauen. Dabei hat sie gelernt, sich verstärkt an mir zu orientieren und sich auch für andere Dinge das „Ok“ von mir zu holen.
Gerade beim Training unter Ablenkung ist der Blick zu mir enorm wichtig. Bei uns hat es sich bewährt, am Anfang einer Trainingseinheit erst einmal nur den Blickkontakt zu klicken und mit ganz tollen Leckerchen zu belohnen. Wenn sie unterm Training abgelenkt ist, warte ich hin und wieder einfach nur auf ihren Blick zu mir und gebe dann nicht gleich ein Kommando, sondern klicke erstmal nur den Blickkontakt.
![]() |
Unsere Anfänge |
Seit sie ihren Namen so selten wie möglich aber so oft wie nötig von mir hört und ihn positiv verknüpft hat, reagiert sie auch viel besser darauf. Positiv belegt habe ich ihren Namen durch seltenes, freundliches Rufen, worauf sie reagiert hat. Dafür gab's wie immer einen Klick und gute Leckerchen.
Biene braucht viele Erfolgserlebnisse im Training. Ein „Nein“ würde sie sofort demotivieren, weshalb ich Falsches ignoriere und sie auffordere, es noch einmal zu versuchen. Damit Biene so wenige Fehler wie möglich machen kann, gehe ich immer nur Schritt für Schritt vor. Ihr Trainingsstand steigert sich dadurch nach und nach, sodass sie die ständig erhöhten Anforderungen immer erfolgreich bewältigen kann. Und mit einem Erfolg wird das Training auch abgeschlossen, damit sie es in guter Erinnerung behält.
Ich übe mit ihr lieber öfter am Tag in kurzen Einheiten, in denen ich sie „ein- und ausschalte“. So weiß sie, dass es sich jetzt lohnt, mit ihrer Aufmerksamkeit zu 100% bei mir zu sein und dass dieser Zeitraum auch immer recht kurz ist.
![]() |
Für ein erfolgreiches Training ist manchmal Hilfe sinnvoll |
Andererseits achte ich auch darauf, die Einheiten immer mal wieder ein kleines bisschen zu verlängern, aber immer nur so wenig, dass Biene nicht merkt, dass sie jetzt länger gearbeitet hat als sonst.
Gerade bei jungen und schwer motivierbaren Hunden wie Biene ist schnell der Punkt erreicht, an dem sie sich nur mit Mühe konzentrieren können und daher leicht Fehler machen. Dann steigen sie aus und man muss sie mit viel Mühe zurückholen, um zumindest noch eine einzige richtige Übung machen zu können. Endet das Training öfter so, ist die Grundmotivation schneller im Keller als man schauen kann. Zusätzlich lernt der Hund, dass er sich nicht wirklich konzentrieren muss, denn Frauchen belohnt ihn auch dann noch, wenn er sich zwischendurch mal anderweitig vergnügt.
Bei solchen Hunden ist es sehr wichtig, genau dann das Üben zu beenden, wenn sie so richtig gut drauf ist und es gerade super gut läuft. Unterstützend dazu kann am Ende der Trainingseinheit ein Jackpot (gutes Futter oder ein tolles Spiel) gegeben werden. So erinnern sie sich an das gemeinsame Training mit einem sehr guten Gefühl und nehmen dieses Gefühl in die nächste Trainingseinheit mit.
Seit ich mich daran konsequent halte, ist mir bei Biene aufgefallen, dass sich dadurch ihre Grundmotivation automatisch stetig steigert und sie mit der Zeit viel öfter und länger hoch motiviert arbeiten kann und sich leichter auf mich konzentrieren kann.
Vor jeder Trainingseinheit überlege ich mir, was wir üben und wie ich es aufbaue. Ohne diese klare Struktur wäre Biene verwirrt und würde sofort aufgeben. Daher baue ich jede Übung sorgfältig Stück für Stück auf.

Wenn ich das Gefühl habe, Biene führe den Übungsschritt sicher aus, neige ich leider dazu, zu schnell einen Schritt weiter zu gehen. Aber natürlich lerne auch ich bei den Übungen dazu und scheue deshalb nicht mehr davor zurück, meine Ansprüche nach unten zu schrauben und bei Bedarf einen Schritt zurückzugehen.
Zum Generalisieren einer Übung habe ich mir selbst einen kleinen Plan über die unterschiedlichen Ablenkungsgrade bei Biene gemacht. So kann ich ganz langsam und gezielt die Ablenkung steigern, um eine Übung zu verallgemeinern. Natürlich darf ich bei höherem Ablenkungsgrad nicht verlangen, dass Biene die Übung genauso gut ausführt wie zuvor. Bei einer neuen Ablenkung gebe ich daher so viele Hilfestellungen wie nötig und baue diese wieder langsam ab.
Der Vorteil des vielen Übens an unterschiedlichen Orten und in unterschiedlichen Situationen ist, dass Biene inzwischen sehr schnell verallgemeinert und ich bei stärkerer Ablenkung nicht jedes Mal wieder mit ihr „in den Kindergarten gehen“ muss.
Da sie sehr lange mit Futter nicht so gut zu motivieren war, habe ich beim Dogdance mit sehr gutem Futter gearbeitet.

Das Futter soll an die konkurrierende Ablenkung angepasst sein. Je schwerer sie sich tut, sich auf mich zu konzentrieren, desto besser müssen die Leckerchen sein.
Generell übe ich mit Biene mehr mit Futter, wenn es um ruhiges Arbeiten geht, also wenn ich ihr eine neue Übung beibringe und wir die präzise Ausführung üben.
Vor Auftritten darf sie sich ihre Leckerchen selbst aussuchen: Ich halte ihr zwei Leckerchen verschiedener Sorten gleichzeitig unter die Nase. Madames Reaktion zeigt mir dabei recht schnell ihre heutige Präferenz.
Wenn eine Übung sitzt und ich Biene beim Üben „speeden“ will, was für manche Dogdanceübungen notwendig ist und sie dafür oft eine zu geringe Arbeitsgeschwindigkeit hat, belohne ich sie mit Spielzeug.
Das „Speeden“ dient aber nicht dazu, ihre Grundgeschwindigkeit künstlich zu steigern, denn jeder Hund hat eine eigene Laufgeschwindigkeit, die auch unbedingt beachtet werden muss. Ich möchte damit lediglich ein wenig mehr „Schwung“ in die Übungen reinbringen.

Wenn ich mit Spielzeug arbeite, bin ich mir ihrer Aufmerksamkeit auch bei hoher Ablenkung sicher. Da ich Biene gern die Chance gebe, beim Arbeiten ihr Hirn einzuschalten, benutze ich das Spielzeug nicht als Lockmittel, sondern habe es beim Üben entweder in einer Tasche dabei oder es liegt auf einem Stuhl/Tisch, meistens aber direkt auf dem Boden.
Einige unserer Übungen sind für Biene inzwischen selbstbelohnend. Dabei handelt es sich um solche, die von Anfang an rein positiv und Schritt für Schritt mit vielen Erfolgserlebnissen aufgebaut wurden. Viele davon sind Übungen, die sie schon recht lange kann und daher nur hin und wieder aufgefrischt werden. Sie machen ihr einfach Spaß, weil sie ihr leicht fallen. Diese Übungen bietet sie mir oft beim Shaping an und ich setze sie auch gern im Alltag als Belohnung ein.
Wer Lust auf Training mit einem guten Plan und vielen lehrreichen und einfachen Tipps hat, der ist mit dieser Dogdance-DVD mehr als gut beraten. Denise Nardelli schafft es in diesem ersten Teil der „Enzyklopädie des Dogdance“ - wie bei ihren Trick-DVDs - wieder, sehr komplexe Themen wie Lerntheorie, Trainingstechnik und den Aufbau eines hoch motivierten, gut gelaunten Vierbeines (egal welcher Rasse!) leicht verständlich und sehr anschaulich zu vermitteln. Außerdem finden sich in der DVD eine „hundlich“ variantenreiche Übersicht zu den 18 Fußpositionen, die es im Dogdance gibt.
Der Teil 2 der Trainings-DVDs von Denise Nardelli widmet sich dem Kombinieren von Fußarbeit und Tricks. Unterschiedlichste Mensch-Hund-Teams zeigen in dieser DVD Ideen für Kombinationen, sowohl für Einsteiger wie Fortgeschrittene.
Und auch das Bienchen darf auf diesen DVDs ein paar schöne Fußpositionen und raffinierte Kombinationen für große Hunde mit ihrem kleinen Menschen zeigen. :-)
DAS Dogdance - Buch schlechthin gibt es nun in einer Neuauflage. Diese Neuauflage entpuppt sich als so etwas wie der "Duden" fürs Dogdance. Du findest darin nicht nur die für ein effektives Training wichtige Theorie. Es wird auch der Aufbau sowohl klassischer als auch außergewöhnlicher Dogdance-Tricks genau so ausführlich erklärt wie das Arbeiten mit Requisiten. Was dieses Buch aber - wieder einmal - von den inzwischen zahlreichen anderen Dogdance-Büchern unterscheidet ist die detaillierte Beschreibung eines strukturierten Aufbaus einer Choreographie. Zuletzt widmet sich ein Kapitel auch dem Tanzen mit 2-3-vielen Hunden und Menschen. Wer also - so wie wir - alle DVDs von Denise kennt, wird von diesem Buch trotzdem etwas Neues lernen. :-) Und auch rein optisch ist das Buch eine Bereicherung. Die Bilder von Debra sind große Klasse und laden auch Dogdanceuninteressierte zum Schmökern ein. Und auch unsere Biene lässt ihre Ohren in dem Buch wehen. ;-)
Die Ausbildung beim Dogdance teilt sich in zwei Elemente: das Tricktraining und das Choreotraining.
Beim Tricktraining arbeite ich fast ausschließlich mit Targets. Biene kennt folgende Targets:

Ich strecke meine Hand aus und sie berührt mit der Schnauze meine Handinnenseite. Sehr zu empfehlen, um den Hund in eine bestimmte Position zu bringen, z.B. das gerade Ausrichten vor mir, neben mir oder zwischen meinen Beinen.
Der Hund berührt die Targetspitze mit der Schnauze. Sehr hilfreich ist der Targetstab beim Arbeiten auf Distanz und beim Arbeiten mit kleinen Hunden, um den Rücken zu entlasten. Biene hat so z.B. den Kreis um mich und das Stehen vor mir gelernt.
Der große Bodentarget wird mit der Pfote berührt und dient hauptsächlich für den Aufbau von Sprungübungen.
Der kleine Bodentarget (nicht größer als ein Glasuntersetzer) wird mit der Schnauze berührt und kann u.a. für den Aufbau der Wand als Target verwendet werden.
Das „Follow“ ist für mich der ultimative Target. Der Hund lernt dabei, der Hand zu folgen. Das ist nicht nur beim Dogdance geradezu genial, sondern kann auch im Alltag wunderbar eingesetzt werden. Beispiele sind: Fußgehen, Hund dreht sich um die eigene Achse oder geht seitwärts mit mir mit.
![]() |
Das Follow |
Beim Targeting sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Es kann auch eine Blume, ein Stuhl, ein Handtuch uvm. als Target verwendet werden. Außerdem kann der Hund auch lernen, einen Target mit dem Hintern, dem Becken oder den Hinterfüßen zu berühren.
Wenn Biene einen Trick bereits erlernt hat, kann ich beim Shaping die Feinheiten herausformen.
Wenn ich direkt vor der Shape-Session mit ihr genau diesen Trick geübt habe, erinnert sie sich meistens gleich wieder daran und bietet ihn oft an, sodass eine schöne Ausführung herausgearbeitet werden kann.
Manchmal ergeben sich aus „Missverständnissen“ beim Tricktraining neue Tricks oder es entstehen Verhaltensketten, die so eigentlich im „normalen“ Training nicht erwünscht sind.
Wenn man das Verhalten aber durch das „Missverständnis“ hervorrufen kann, dann kann dieses neue Verhalten auch frei geformt werden. Beispielsweise kann es passieren, dass der Hund sich verbeugt und anschließend rückwärts geschickt wird. Hier ist es schon bei einigen Hunden vorgekommen, dass sie „vergessen“ haben, aus der Verbeugung aufzustehen und dann im Verbeugen rückwärts gegangen sind.
Hat der Hund dieses neue Verhalten noch nicht gelernt, gebe ich dafür auch Klick und Futter und erhöhe damit die Wahrscheinlichkeit, dass er diese Übung das nächste Mal bei gleicher Verhaltenskette anbietet.
![]() |
Das soll mal ein „Schäm dich“ werden. |
Ich hatte es satt, Biene ständig zu bitten und zu betteln, dass sie doch bitte nur diese eine Übung mit mir mache. Ich wollte, dass Biene auch mal selber agiert und nicht immer nur auf meine Kommandos reagiert. Daher habe ich mit dem Freien Formen angefangen.
Unsere allerersten Anfänge waren eigentlich nur, dass ich mich mal mit einem Leckerchen hingestellt und gesagt habe: „So, jetzt zeig mir mal, was du Schönes tun magst, um das hier zu bekommen.“ Und es funktionierte prompt – sie war auf einmal aufmerksamer und zeigte ein schönes Sitz vor mir.
Das Shapen gehört bei uns inzwischen zum festen Tagesprogramm, denn sie hat sichtliche Freude daran, ohne Druck selber aktiv zu werden und nachzudenken, was sie sonst noch zeigen könnte.
Sie kann sich hier unheimlich gut und lange konzentrieren. Ich gehe nur in kleinen Schritten vor und kann nebenbei die Trainingszeit stetig verlängern. Außerdem legen wir auch sehr viele „Gaudi-Sessions“ ein und klickern einfach mal drauf los.
Hauptsächlich dem Shaping ist es zu verdanken, dass Biene gelernt hat, dass gemeinsames Arbeiten mit mir auch richtig Spaß machen kann.
Zum Thema Shaping finden sich auf dieser Seite hier auch noch ein paar Infos .
![]() |
Einer unserer ersten Auftritte |
Generell vermeide ich das Locken mit Futter oder Spielzeug, da der Hund hier sein Hirn ausschaltet und nicht mehr weiß, was er jetzt eigentlich getan hat.
Bei Folgendem kann es aber als zusätzliche Unterstützung hilfreich sein:
Wichtig ist dabei, das Lockmittel so schnell wie möglich wieder abzubauen!
Zum Tricktraining gehört auch das Erlernen eines fließenden, freudigen Fußlaufens.
Beim Dogdance kommt es nicht darauf an, dass der Hund am Bein „klebt“. Da das Hauptaugenmerk auf dem Wohlbefinden des Hundes liegt, darf beim Fußlaufen die Individualdistanz eines jeden Hundes berücksichtigt werden. Oft sieht es aber auch einfach besser aus, wenn der Hund statt zu Kleben nahe neben dem Menschen läuft und dabei die Pfoten in die Höhe wirft.
Meines Erachtens braucht der Aufbau einer schönen Fußarbeit mindestens zwei Jahre. Bei Hunden, denen wie Biene die Fußarbeit im ersten Lebensjahr „versaut“ wurde, werden die zwei Jahre aber nicht ausreichen.
Es gibt 18 Fußpositionen. Sie können alle vorwärts, rückwärts und seitwärts gegangen werden. Eine abschließende Übersicht mit Übungsaufbau gibt es auf dieser DVD.
Im Choreotraining werden Tricks und Fußlaufen miteinander verknüpft und schöne Übergänge zwischen den einzelnen Figuren geschaffen. Dann kommt das Lied und die passende Kleidung dazu und schon kann's los gehen zum Auftritt mit Hund.
Hier habe ich ein paar Tipps gesammelt, die auf dem Weg zur ersten eigenen Choreo und der Präsentation vor Publikum hilfreich sein können.
Das ist für mich ein wichtiger Bereich, da er oft unterschätzt wird. Aber gerade wenn es an Fluss und Dynamik fehlt, wird eine Choreo unstimmig.
Wie soll ich im Fluss bleiben, wenn ich ein Leckerchen geben muss oder wir soeben einen kleinen Fehler gemacht habe? Da hilft am meisten, es einfach zu überspielen und Üben, Üben, Üben. Irgendwann kann man auch Füttern und dabei weitergehen. Ich weiß, das das schwer ist, denn ich habe selber damit zu kämpfen. Aber das Füttern kann auch gut in die Choreo eingebaut werden. Dafür eignen sich z. B. Positionen, in denen der Hund verharrt.

Eine schöne Übungshilfe ist das doggiefit, das von Denise und Claudia entwickelt wurde.
Kontraste setzen ist eigentlich recht einfach: Man hört sich das Lied genauer an und merkt sich die markanten Stellen. Die Wirkung dieser Stellen kann gesteigert werden, indem man gerade hier einen Sprung, einen außergewöhnlichen Trick, einen Trick, den der Hund besonders schön kann oder der gerade bei diesem Mensch-Hund-Team gut wirkt, einsetzt. Oder man überrascht das Publikum und verharrt einfach nur mal.
Dynamikwechsel im Lied eignen sich gut um die Art der Bewegung ändern:
Es ist mir ein großes Anliegen, bei Biene im Training auf die Genauigkeit der Ausführung zu achten. Biene ist eine Hündin, die recht langsam arbeitet, und das macht es für mich leichter, auf die Ausführung der Übung genau achten zu können, um in aller Ruhe an der Präzision zu arbeiten.
Die Geschwindigkeit kommt dann von selbst. Wenn Biene eine Übung mal richtig verstanden und genügend oft geübt und dabei richtig Spaß gehabt hat, führt sie die Übung automatisch schneller aus – natürlich nach wie vor in ihrem Tempo.

Es zahlt sich aus, beim Erlernen einer neuen Übung von Anfang an sehr genau auf die Präzision zu achten. Gerade beim Trainieren der Choreo wird es bei uns schwierig, auf diese Präzision auch weiterhin so viel Wert zu legen. Wenn wir beim Arbeiten gerade so schön im Fluss sind und Biene so richtig hoch motiviert dabei ist, lasse ich mich leider immer noch viel zu oft dazu verleiten, auch eine schludrige Ausführung hinzunehmen und dann auch so schludrig weiter zu arbeiten.
Anfangs sieht das oft noch ganz passabel aus, aber im weiteren Training holt mich dann der Fehler immer wieder ein und ich musste schon einiges wieder komplett neu aufbauen. Denn schließlich soll Biene ja auch z.B. langsam und schnell und gerade vor mir seitwärts gehen und nicht schief in ihrer eigenen Geschwindigkeit davon düsen, während ich schauen muss, wie ich hinterherkomme.
Seit ich so auf das präzise Arbeiten achte, ist mir aufgefallen, dass ich selber ruhiger werde. Das hat dann wiederum zur Folge, dass Biene ruhiger wird und ich mich nicht mehr so stark auf sie konzentrieren muss. Dann kann ich sogar wieder daran denken, wie ich mich gerade bewege. Diese Art des Arbeitens macht also sogar Multitasking leichter.
Ich übe mit ihr immer mal wieder bewusst an Orten, an denen sie selten ist oder noch nie war und wo die unterschiedlichsten Eindrücke als Ablenkung auf sie warten.

Die Übungsschwierigkeit passe ich der Ablenkung entsprechend an, damit Biene ihre Aufmerksamkeit sehr gut bei mir halten kann.
Aber das beste Ablenkungstraining ist, so viele Auftritte wie möglich zu haben. Je öfter der Hund die Situation erlebt und vor allem mit einem rein positiven Gefühl verbindet, desto sicherer wird er sich in der Situation fühlen und desto leichter wird ihm die Aufmerksamkeit für seinen Menschen fallen.
Biene liebt Spielzeug. Liegt es direkt auf dem Boden, so stellt es für sie die allerhöchste Ablenkung überhaupt dar, denn sie weiß, dass sie bald damit spielen darf. Beim Üben lege ich deshalb immer wieder Spielzeug auf den Boden und die Fortschritte dabei sind gigantisch. Nicht nur für das Üben unter Ablenkung, sondern auch zur Impulskontrolle ist diese Übung schlicht genial. Was mal wieder beweist, dass Dogdance definitiv viel Erziehung beinhaltet.
In diesem Video sieht man, wie ich mit Biene bei einem Funturnier zuerst das Spielzeug in der Tasche hatte, es aber nach dem Spielen in der Aufführung auf den Boden gelegt habe, um sie dann am Ende der Vorführung zur Belohnung zum Spielzeug – ihrem Jackpot – schicke.
Die Auswahl des passenden Musikstücks, zu dem man tanzt, ist oft recht schwierig. Die Musik soll zuallererst zu Mensch und Hund passen. Es gibt viele Lieder, die ich gern höre, die aber einfach nicht zu Biene und mir passen. Wenn man sich unsicher ist, spielt man einfach jemandem das Lied vor, der Mensch und Hund gut kennt, und läuft gemeinsam ein paar Schritte dazu.

Und hier kommt schon das nächste Kriterium: die Geschwindigkeit des Liedes – der Takt – muss zur Ganggeschwindigkeit des Hundes passen. Ob die Geschwindigkeit passt, erkennt man daran, dass der Hund beim Gehen im Takt die Pfoten richtig schön und geschmeidig in die Luft wirft. Vor allem darf es nicht wirken, als ob die Grundgeschwindigkeit des Hundes immer wieder ausgebremst würde, und andererseits soll der Hund keine Zwischenschritte machen müssen, um Frauchen hinterherzuhetzen.
Außerdem soll es ein Lied sein, dass man sich durchaus 100-200 Mal anhören kann. Es sollte einem also auch gut gefallen, denn beim Üben wird man das Lied sicher viele Male anhören müssen. Ich wähle gerne Lieder mit viel Eigendynamik, denn gleichbleibende Lieder wirken schnell langweilig.
Die Wirkung des Liedes wird leider oft unterschätzt. Ich vermeide den üblichen „Einheitsbrei“ an Musik, den man z.B. ständig im Radio hört, und möchte damit versuchen, mich mit dem Lied ein wenig von der Masse abzuheben.
Allein das Lied soll das Publikum schon ein kleines bisschen vom Hocker reißen und zum Hingucken verleiten.
Eine Choreografie sollte immer zum Publikum hin (bei Turnieren sind die Richter das wichtigste Publikum) orientiert sein. Daher male ich mir die Choreo auf und überlege mir, wo sich der Hund befindet, wo ich bin und welche Teile unseres Körpers das Publikum zu sehen bekommt. Ich achte darauf, dass das Publikum so wenig Rücken vom Hund und mir sieht wie möglich. Wenn bei manchen Tricks Biene z.B. von der Seite sehr schön aussieht oder die Figur imposanter wirkt, dann baue ich das auch bewusst ein.
Auch wenn es mir gerade bei Aufführungen unter erschwerten oder außergewöhnlichen Bedingungen (z.B. zu kleine Auftrittsfläche, keine Ringabgrenzung, sehr hohe Ablenkung für Biene, Lucky-Dip-Vorführung oder auch einfach nur unsere übliche Vorführung mit Spielunterbrechung) nicht leicht fällt, darauf zu achten, so versuche ich doch, den kompletten Ring auszunutzen. Dabei bewege ich mich gern auf den Diagonalen im Ring, auf gedachten Kreisformen oder gehe einfach im Geiste einen Buchstaben ab.
![]() |
Warum nicht mal barfuß tanzen? |
Eine Dogdancedarbietung wird meistens vor Publikum abgehalten. Sie ist immer eine kleine „Show“, bei der man im Rampenlicht steht und dementsprechend ansprechend und außergewöhnlich sollte auch das Outfit ausfallen.
Oft wird die Wirkung der Kleidung unterschätzt. Sie trägt zu Gesamtausdruck und Ersteindruck beim Publikum sehr viel bei.
Ich achte bei der Kleiderauswahl zuallererst immer darauf, dass sich Biene davon abhebt und damit gut zur Geltung kommt. Zu ihrem rotblonden Fell passen daher dunkle Farben sehr gut.
Dann überlege ich mir, welche Kleidung zu Stil, Text oder dem geschichtlichen Hintergrund des Liedes passen könnte. Wenn einem nichts einfällt, kann man ja auch das Internet zu Hilfe nehmen.
Meine Kleiderauswahl ist aber auch immer davon bestimmt, ob ich mich in der Klamotte wohl fühle, bereits etwas passendes im Kleiderschrank habe oder einkaufen muss, wie teuer das dann ist oder ob ich darin noch ein Spielzeug für Biene unterbekomme.
Hunde haben von Natur aus ein angeboren schönes und fließendes Gangwerk. Aber auch die Bewegung des Menschen hat eine nicht zu unterschätzende Wirkung auf das Gesamterscheinungsbild.

Wenn man an seiner eigenen Haltung und Bewegung arbeiten möchte, ist der Besuch einer Tanzschule auf jeden Fall hilfreich. Dabei lernt man auch, wie man sich zu den unterschiedlichen Musikrichtungen bewegen kann, dass z.B. bei einem flotten Sambalied ein kleiner Hüftschwung durchaus passend wirkt, andererseits beim schnellen Walzer völlig fehl am Platz ist.
Es muss nicht immer eine Tanzschule sein – oft reicht auch schon der Tipp eines Bekannten, der ein gutes Gefühl für die passende Bewegung hat. Und wenn gar nichts mehr weiterhilft: Musicals und Tanzfilme gucken und die Meinung von Freunden einholen.
Last but not least möchte ich noch auf die Ruhephasen eingehen. Nach jedem längeren Training braucht Biene dringend ausgiebige Ruhephasen, in denen sie sich in eine ungestörte Ecke zurückziehen und schlafen kann. Im Schlaf hat ihr Hirn dann Gelegenheit, das soeben Gelernte zu verarbeiten und abzuspeichern. Und ihr Stresslevel kann sich auch wieder einpendeln. Selbst nach einer kurzen Trainingsphase empfiehlt es sich immer, dem Hund ein paar Minuten Ruhe zu gönnen.